Wendt und Kühn Engel - vom Muster zum Markenzeichen

Im Jahre 1915 gründeten die beiden Absolventinnen der Königlich-Sächsischen Kunstgewerbeschule, Margarete (Grete) Wendt (1887-1979) und Margarete Kühn ein Unternehmen, das 100 Jahre später unter dem Namen "Wendt und Kühn" zu Weltruhm gelangt ist. Damals wie heute ist sie im beschaulichen Grünhainichen zu Hause und führt das Lebenswerk von Grete Wendt und ihrer späteren Weggefährtin Olly Wendt, geb. Sommer (1896-1991), fort. Die Manufaktur wurde am 01.Oktober 1915 als Offene Handelsgesellschaft "M.Wendt und M.Kühn" gegründet. Zu den ersten Erzeugnissen gehörten die heutigen 528er Lichterengel, Truhen, gedrechselte Leuchter und Spandosen. Schon im Jahre 1916 nahm die Firma an der Leipziger Messe teil und stellte ihre Erzeugnisse dort der Öffentlichkeit vor. Nach dem Umzug der Firma im Jahre 1917 in das alte Fachwerkhaus in der Chemnitzer Straße übernahm Grete Wendt's Bruder, Johannes Wendt im Jahre 1919 die Kaufmännische Leitung des Unternehmens. Das Firmenzeichen wurde entworfen und im Jahre 1920 beim Reichspatentamt eingetragen. Olly Sommer kommt als Absolventin der Dresdner Kunstakademie nach Grünhainichen und verliebte sich in Johannes Wendt, den sie später ehelichte. Sie stieg ein in die Firma und löste Margarete Kühn letztlich ab, die 1921 aus der Firma ausschied. Olly Wendt hatte maßgeblichen Einfluss auf die gestalterische Entwicklung des Sortiments.



unglaubliche Musterschätze

Seien es Blumenkinder, Grünhainichener Engel, Margeritenengel oder auch hochwertige Spieluhren; die kunstvollen Sammlerobjekte beruhen noch heute auf einem unglaublichen Musterschatz, den die Gründerinnen Grete Wendt, Margarete Kühn und Olly Wendt hinterlassen haben. Etwa 2.500 Zeichnungen, Skizzen, Farbzeichnungen und Muster nennt die Manufaktur sein eigen, darunter auch die berühmten Wendt und Kühn Engel. Auf die feinen figürlichen Kompositionen der seinerzeitigen Schöngeister greifen die Entwickler und Produktdesigner noch heute gerne zurück. Das nach wie vor als Familienbetrieb geführte Unternehmen sieht sich dem Formenschatz verpflichtet. Produktentwickler und Holzspielzeugmacher der Manufaktur Wendt und Kühn arbeiten täglich an neuen Motiven mit dem Ziel, auch bei den Neuauflagen der uniquen Muster die einzigartige Verbindung von unverwechselbarem Design und kunsthandwerklichen Fertigkeiten zu erhalten und in den Vordergrund zu heben. Denn eben diese Eigenschaften machen die Wendt und Kühn Figuren zu einzigartigen Sammlerstücken mit beeindruckender Form- und Farbensprache ? einer herausragenden Vereinigung von Kreativität, einem hohen künstlerischen Anspruch und handwerklicher Perfektion
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Grünhainichener Engel ® als Markenzeichen

1923 entwarf Margarete Wendt die ersten drei Wendt und Kühn Engel. Es waren die Engelfiguren mit Fackel, mit Flöte und einen Geigenspieler. Damals wie heute tragen die Engelchen ein kurzes unschuldig weißes Kleidchen, unter dem die nackten Beinchen herausstehen. Die Flügel sind allesamt in grün bemalt und tragen elf weiße Punkte, was ihnen den Namen Elfpunkteengel eingebracht hat. Mittlerweile zählt das himmlische Orchester an die 100 verschiedenen Motive, die es zumeist in den Haarfarben blond und braun zu erwerben gibt.
Die Wendt und Kühn Engel können auf Engelbergen dekoriert werden, großen Sammlerwolken, die Sie mit elektrischem Licht oder Wachskerzen beleuchten können. Oben auf dem Engelberg thront nicht selten eine Madonna mit Kind oder analog dem kirchlichen Brauchtum eine Orgel. Für den Engelberg mit Madonna wurde Grete Wendt schon auf der Pariser Weltausstellung 1937 ausgezeichnet und erhielt hierfür eine Gold Medaille sowie den Grand Prix.

Sondereditionen mit Rang und Namen

Das Sortiment der Wendt und Kühn Engel wurde 2007 um die exquisite Serie der Goldedition erweitert. Die Engel dieser Kollektion tragen allesamt ein mit 999er Gold veredeltes Accessoire in den Händen wie beispielsweise ein Buch oder ein Herz. Die Goldedition ist zudem als limitierte Sonderedition in streng begrenzter Stückzahl mit 999er Gold beschichtetem Metallsockel erhältlich. Auch die anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Manufaktur Wendt und Kühn veröffentlichte Serie Klangfarbe Weiß erfreut sich eines großen Zuspruchs. Die Elfpunkteengel haben es über die vielen Jahre hinweg geschafft, zum Markenzeichen der Grünhainichener Vorzeigemanufaktur zu werden.

Margeriten standen symbolisch Modell

Olly Wendt (1896 bis 1991) liebte ebenso, wie ihre Wegbegleiterin Grete Wendt (1887 bis 1979) die Natur und die Düfte und Farben der Blumen. Grete Wendt legte ihre Zuneigung zu den duftenden und schönen Pflanzen in Skizzen und Muster von Blumenkindern, deren einzigartige Gestaltungen und deren berührende Schönheit noch heute das Sortiment der Wendtschen Werkstätten zieren. Olly Wendt widmete Ihre Skizzen und Zeichnungen ihrer Lieblingsblume, der Margerite. Während die Liebe beider Frauen im Jahre 1929 zum ersten Blumenkind von Wendt und Kühn führte, einem Mädchen mit Margeritenblume, entwarf Olly Wendt aus Zuneigung zur Margeritenblume mit den Margeritenengeln eine eigene Engelserie, die die Herzen der Menschen zu tiefst berühren sollte.